Die Jugendbegegnungen Overijssel 2024
"Overijssel entdecken!" und "Overijssel entdecken II"
Bildungs- und Begenungswochen für junge Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung
vom 06.07. bis 13.07.2024 und vom 14.07. bis 20.07.2024
De Boershop & Regge in Luttenberg/Overijssel (NL)
Im Jahr 2024 setzte die Deutsche Kinderhospizakademie ihre erfolgreiche Tradition der Bildungs- und Begegnungswochen im europäischen Ausland fort. Aufgrund der ausschließlich positiven Resonanz im Jahr 2023 fanden diesmal zwei aufeinanderfolgende Bildungs- und Begegnungswochen in den Niederlanden statt. Die Wahl fiel auf einen barrierefrei gestalteten, reetgedeckten Hof in der Provinz Overijssel, der speziell für die Bedürfnisse der Teilnehmenden ausgestattet war.
In der ersten Woche nahmen 6 junge Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung teil, da 2 Teilnehmende aufgrund von krankheitsbedingten Absagen nicht anwesend sein konnten. Diese Woche wurde von 3 pädagogischen Seminarleitungen, 8 ehrenamtlichen Begleiterinnen, 5 examinierten Pflegefachkräften und 1 persönlichen Assistenzkraft begleitet. In der zweiten Woche waren 8 junge Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung dabei, unterstützt von 3 pädagogischen Seminarleitungen, 9 ehrenamtlichen Begleitern und 3 examinierten Pflegekräften. Während der ersten Woche kam 1 neue Teilnehmerin hinzu, in der zweiten Woche stand ein weiterer Teilnehmender auf der Warteliste.
Das Bildungsziel dieser Wochen war es, den jungen Menschen die niederländische Kultur näherzubringen. Das Thema wurde durch vielfältige und sinnliche Erlebnisse lebendig gemacht. Im Rahmen zahlreicher Exkursionen lernten die Teilnehmenden typische Merkmale der niederländischen Kultur kennen.
Besonders hervorzuheben waren Besuche in einer Käserei und einem Klompen-Atelier, wo sie traditionelle holländische Handwerkskunst und Produkte direkt erleben konnten. Diese praxisorientierten Erlebnisse machten die niederländische Kultur für die jungen Menschen greifbar und erlebbar.
Ein weiteres Highlight war die Nutzung von spezialisierten Rollstuhlfahrrädern, die für beide Wochen angemietet wurden. Diese Fahrräder ermöglichten es den jungen Menschen, ein Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit zu erleben und gleichzeitig in die niederländische Fahrradkultur einzutauchen. Die Liebe der Niederländer zum Fahrradfahren, die einen integralen Bestandteil der Kultur darstellt, konnte somit auf eine ganz besondere Weise geteilt werden.
Für die prozessorientierte Umsetzung des Themas wurden Methoden der Natur- und Erlebnispädagogik eingesetzt. Diese förderten nicht nur das Lernen über die Kultur, sondern auch das gemeinschaftliche Erleben und das Bewusstsein für das eigene Handeln und Erleben. Die jungen Menschen konnten sich auf eine Weise einbringen, die sowohl ihre eigenen Interessen ansprach als auch neue Perspektiven eröffnete.
Die beiden Wochen waren von intensiver, gemeinsamer Zeit und einem regen Austausch zwischen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen geprägt. Die ressourcenorientierte Betreuung stellte sicher, dass die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden jederzeit berücksichtigt wurden, sodass alle sich in ihrer Einzigartigkeit wertgeschätzt und unterstützt fühlten.
Besonders bemerkenswert war, wie die Gemeinschaft wuchs und wie die Teilnehmenden durch ihre gemeinsamen Erlebnisse Freundschaften schlossen und sich gegenseitig unterstützten.
Diese sozialen Bindungen, die während der beiden Wochen entstanden, gaben den jungen Menschen nicht nur das Gefühl der Zugehörigkeit, sondern auch das Vertrauen, sich in neuen Umfeldern und Situationen zurechtzufinden.
Insgesamt war die Bildungs- und Begegnungswoche in den Niederlanden eine sehr erfolgreiche und bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten. Die jungen Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung konnten nicht nur wertvolle Einblicke in eine fremde Kultur gewinnen, sondern auch ihre Selbstbestimmung und sozialen Fähigkeiten stärken. Die positive Resonanz und die hohe Nachfrage für diese Veranstaltung zeigen, wie wichtig solche Erlebnisse für die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden sind.
„O-Ton“:
„Ich bin noch nie mit einem Fahrrad gefahren. Schön, dass ich das mit euch ausprobieren konnte“
Jugendbegegnungen
Antragsteller: Deutscher Kinderhospizverein e.V.
Fördersumme: 50.250,00 €